30.06.26 | News

Regensburger Nachhaltigkeitswoche trotzt historischer Rekordhitze

Debatten über Wohlstand, Energie-Unabhängigkeit, wirtschaftliche Stabilität und konkrete Zukunftskonzepte

Die diesjährige Regensburger Nachhaltigkeitswoche (NaWo) stand unter dem direkten, unüberhörbaren Eindruck des Klimawandels: Parallel zum Auftakt der NaWo bescherte eine historische, zwölftägige Hitzewelle mit Temperaturen von zum Teil deutlich über 35 Grad der Domstadt einen neuen Hitzerekord von 37,2 Grad. Während in der Bundesrepublik schmelzender Autobahn-Asphalt, überlastete Notaufnahmen, Waldbrände oder hitzebedingte Sperrungen der Straßenbahnen die Schlagzeilen bestimmten und den Alltag der Menschen massiv lähmten, entwickelte sich die NaWo in Regensburg zu einem hochaktuellen Brennglas für die drängendsten Fragen unserer Zeit.

Trotz der extremen Wetterbedingungen zog die Veranstaltungsreihe vom 18. bis 28. Juni 2026 ein breites Publikum an. Die größten Publikumsmagneten waren der Wirtschaftstag mit Ex-Vizekanzler Robert Habeck mit rund 650 Teilnehmenden sowie die Faire Filmwoche für Schulklassen mit insgesamt über 1.000 Anmeldungen.

Für prominente Impulse und anregende Diskussionen sorgten hochkarätige Gäste aus Politik, Wissenschaft und Medien – neben Robert Habeck unter anderem Soziologe Harald Welzer, Meteorologe Karsten Schwanke, Journalist Bernd Ulrich, Aktivistin Estella Schweizer sowie BR-Chefredakteur Christian Nitsche. In den Keynotes und Podiumsdiskussionen stand stets ein lösungsorientierter, konstruktiver Dialog im Fokus. Statt moralischer Appelle setzten die Referenten auf greifbare Zukunftskonzepte. Die hitzige Realität vor den Veranstaltungstoren unterstrich die Debatten über gesellschaftliche Resilienz, Wohlstand, Energie-Unabhängigkeit, Versorgungssicherheit oder auch wirtschaftliche Stabilität.

Aber auch zahlreiche Regensburger Vereine, Initiativen, Kunst- und Kulturschaffende sowie Start-ups präsentierten sich auf der Nachhaltigkeitswoche. Eine besondere Bühne bot der NaWo-Slam, bei dem sich Sandy Gruber mit ihrer Initiative „Helden in Strumpfhosen“ zur Aufklärung über Endometriose gegen die starke Konkurrenz durchsetzte. Die Ausstellung „Frictions on Landscapes“ im Leeren Beutel beleuchtete das Spannungsfeld zwischen Mensch und Natur, die Werkschau „Veränderung im Raum“ im Degginger machte den Wandel der nachhaltigen Kreativwirtschaft vor Ort sichtbar und das Kunstprojekt „Regensburger Wasserader Vitusbach – fließend verflossen“ im Salzstadel lenkte den Blick auf lokale Ressourcen. Auch die dreitägige Nachhaltigkeitsmeile am Donaumarkt lockte wieder zahlreiche Menschen und präsentierte konkrete, alltagstaugliche Lösungen für den Klimaschutz. Aufgrund der extremen Hitze war die Dringlichkeit der Themen am Donaumarkt besonders intensiv zu erleben.

Die NaWo 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, dass Nachhaltigkeit kein theoretisches Verzichtskonzept ist und kein Luxus für gute Zeiten, sondern eine Zukunftsstrategie und das zentrale Fundament für die Krisenfestigkeit moderner Städte in Zeiten des Wandels und geopolitischen Umbruchs.

Über die Regensburger Nachhaltigkeitswoche (NaWo)
Die NaWo bietet jährlich eine Plattform für Regensburger Akteure aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft, um sich mit den drängendsten Themen unserer Zeit lösungsorientiert und zukunftsgewandt auseinanderzusetzen. Getragen wird die Veranstaltung von der Stadt Regensburg, der Ostbayerischen Technischen Hochschule, der Universität Regensburg und der Energieagentur Regensburg.

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Vorhang auf für das Finale der Fairen Filmwoche an der OTH Regensburg; Foto: Johannes Zange, Energieagentur Regensburg

Robert Habeck; Foto: Stadt Regensburg, Stefan Effenhauser