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Zertifizierte Nachhaltigkeit – cradle-to-cradle®

05 / 12 / 2016

Ende Oktober 2016 wurde am Beispiel „Cradle to Cradle“ ein Lösungsansatz aus der geregelten Kreislaufwirtschaft vorgestellt, mit dem Verbrauchsgüter zu 100% biologisch abbaubar sind und sich Gebrauchsgüter endlos recyceln lassen – Vision oder Wirklichkeit?

Thorsten Grantner von der OmniCert Umweltgutachter GmbH beleuchtete die Thematik aus der Sicht des Zertifizierers und gab dabei Antworten darauf, was sich hinter dem Begriff Cradle-to-Cradle® verbirgt, wie eine Zertifizierung funktioniert und für wen sie geeignet ist. Ehrlich ging er dabei auf den Prozess der Zertifizierung ein. Dieser sei kein Spaziergang, für Unternehmen, Kommunen und Institutionen und vor allem für Kunden und Verbraucher bringe er jedoch aufgrund seiner ganzheitlichen Betrachtungsweise viele Vorteile.

Grantner stellte anschaulich dar, wie ein Produkt, seine Komponenten und seine Herstellungsprozesse von allen Seiten betrachtet werden. Ziel der Zertifizierung sei ein Gesamtprodukt, dessen Bestandteile biologisch abbaubar und technisch maximal wiederverwertbar seien, welches der Umwelt und dem Menschen keinen Schaden zufüge und noch dazu fair, CO2-neutral und aus erneuerbaren Energien hergestellt sei. Ein „Grün-Waschen“ sei durch die Zertifizierungsregularien, so Grantner, ausgeschlossen. Der Tiefgang und die Ganzheitlichkeit des Cradle-to-Cradle®-Labels stießen bei den Zuhörern auf breite Anerkennung.

Als Leiter für Integrierten Managementservice und Green Building bei der Lindner Group, sowie Leiter des Campus Schloss Mariakirchen an der TH Deggendorf erörterte Prof. Josef Steretzeder am Beispiel eines hauseigenen Bodenplattensystems die Intention einer Zertifizierung nach Cradle to Cradle Certified Produkt Standard aus Herstellersicht. Schon beim Entwurf des Systems sei darauf geachtet geworden, die verwendeten Materialien und deren Auswirkungen bestens zu kennen. Ziel sei es gewesen, die Platten nach ihrer Verwendungszeit wieder komplett in den Produktkreislauf zurückführen zu können. Aufgrund knapper und wertvoller Rohstoffe, die in den Platten verbaut seien, konnte durch den Cradle-to-Cradle-Standard höchste Ressourceneffizienz erreicht werden. Eine Herausforderung, die es nach Prof. Steretzeder noch zu lösen gäbe, sei eine funktionierende Rückführung der Produkte vom Kunden. Die Möglichkeiten und Visionen, welche das Unternehmen hier sieht, interessierte das Publikum besonders.

Norbert Daschner, Head of Sales der REHAU AG & Co im Verkaufsbüro Nürnberg, präsentierte ein zertifiziertes cradle-to-cradle-Produkt aus seinem Haus: das Rohrsystem AWADUKT PP. Für die REHAU AG sei das Erreichen des zweitbesten Levels eine große Genugtuung, auch und gerade weil das Thema Nachhaltigkeit fest im Unternehmen verankert sei. Dadurch dass das Rohrsystem völlig rezykliert werden könne, sei es dem Unternehmen gelungen, höchst effizient mit den eingesetzten Ressourcen umzugehen. Wenn auch die Absatzzahlen für das Produkt noch nicht signifikant angestiegen seien, so merke man bei der REHAU AG durchaus, dass das Thema zertifizierte Nachhaltigkeit bei Kundenentscheidungen immer wichtiger werde.

Die abschließende Möglichkeit, Fragen an die Referenten zu stellen, rundete die Veranstaltung ab und war Beleg für das hohe Interesse der Zuhörer.

Ein ausführlicher Bericht ist auch im OmniCert-Blog nachzulesen ⇒Link

© Energieagentur Regensburg

THORSTEN GRANTNER stellte Cradle-to-Cradle® grundlegend vor. ©Energieagentur Regensburg

PROF. STERETZEDER zeigt eine praktische Umsetzungsmöglichkeit für Cradle-to-Cradle® auf. ©Energieagentur Regensburg

NORBERT DASCHNER stellt das Rohrsystem der REHAU AG vor. ©Energieagentur Regensburg